Gefährliche Meerestiere I – der Drachenkopf
Jeder Mensch überwindet die Furcht in dem Augenblick, in dem er die Gefahr genau begreifen lernt und sich mit den Mitteln zur Gegenwehr vertraut macht.
Ralph Waldo Emerson, Von der Schönheit des Guten
Es sind nicht immer die großen Fische, mit denen wir unter Wasser vorsichtig umgehen sollten……
Wir starten jetzt hier und heute für Euch unsere neue Themenreihe „gefährliche Meerestiere“. Anfangen will ich mit dem weit verbreiteten Drachenkopf aus der Familie der Scorpaeninae.
Es gibt mit ziemlicher Sicherheit gefährlichere Fische, aber unser Freund hier hat schon einige Taucher mit seinen gefährlichen Giftstacheln erwischt - Selbst auf dem Fischmarkt , sind die Giftstacheln noch einige Zeit aktiv und daher ist auch hier Vorsicht geboten. Er ist in allen warmen Weltmeeren weit verbreitet und daher wird er Euch mit Sicherheit das ein oder andere Mal unter Wasser über den Weg laufen.
Es gibt von ihnen mehr als 240 verschiedene Arten und die meisten leben auf steinigen Riffen und zwischen weichen Korallen. Drachenköpfe sind schlechte Schwimmer und liegen daher die meiste Zeit regungslos und gut getarnt auf dem Untergrund. Sie warten sehr geduldig auf vorbeikommende Fische und Krebse, die sie dann blitzschnell durch ihres großen Mauls einsaugen.
Also wie schaut er denn aus, der gemeine Drachenkopf:
Sie haben einen stämmigen Körper, große Brustflossen und einen großen, breiten Kopf mit hochliegenden Augen. Alles klar? Zur Sicherheit haben wir hier ein paar Fotos von Alex und Michel aus Ägypten und Bali…
Normalerweise ist der Körper des Drachenkopfs rötlich braun mit Flecken, Sprenkeln oder er ist leicht marmoriert. Allerdings kann er sich seiner Umgebung erstaunlich gut anpassen und deshalb ist er nicht so leicht zu entdecken.
Wie passieren Unfälle mit Drachenköpfen?
Normalerweise vertrauen die Drachenköpfe auf ihre Tarnung und gehen davon aus, dass wir sie unmöglich sehen können. Da wir aber nicht immer so blind sind, wie die Jungs von uns erwarten, komm
en wir doch erstaunlich oft viel zu nah ran. Wenn wir Glück haben, schwimmen sie dann fort. Vielleicht stellen sie ihre Rückenstacheln aber zur Verteidigung auf und dann ist Vorsicht geboten. Besser ist, wir halten von Anfang an den richtigen Abstand. Die meisten Unfälle, entstehen durch schlechte Tarierung.
Abhängig von der Art hat der Drachenkopf zwischen 13 und 18 Stacheln an der Rückenflosse, drei an der Afterflosse und einen an jeder Bauchflosse. Richtig gefährlich, weil giftführend, sind die vorderen harten Strahlen der Rückflosse, die ersten zwei Strahlen der Bauchflosse und die vorderen Afterflossen.
Der Stachel dringt in die Haut ein und der Fisch presst sein Gift in die Wunde des Opfers. Der sofort einsetzende Schmerz kann sich in den folgenden Stunden, nach dem Stich, noch massiv verstärken. Das Gewebe um die Einstichstelle schwillt an und kann sich auch auf die gesamte Extremität ausdehnen und für ein paar Tage anhalten. Eher selten sind Symptome wie Übelkeit, Schweißausbrüche und Herzklopfen. Todesfälle sind mir nicht bekannt.
Was ist zu tun?
- Sofort das Wasser verlassen
- Wunde nicht ein oder ausschneiden!
- Keinen Druckverband oder Staubinde anlegen
- Kein heißes Wasser über die Einstichstelle schütten.
- Den Verunfallten beruhigen und so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen
Der Drachenkopf ist weit verbreitet und Eure Tauchguides können Euch näheres zu den genauen Vorkommen vor Ort erzählen. Drachenköpfe sind tolle, interessante Tiere und einfach schön zu beobachten. Wenn Euch das Thema noch weiter interessiert - inzwischen gibt es recht gute und ausführliche Literatur zu dem Thema.
Quelle:
Das Kosmos Handbuch – Gefährliche Meerestiere von Bergbauer, Myers und Kirscher


