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Archiv für Februar 2010

Kindertauchen

Kindertauchen existiert fast seit der Erfindung des modernen Gerätetauchens. Ebensolange die Frage der Eltern wie mit diesem Thema umzugehen ist.

Da ich bereits selbst als Kind früh mit dem Tauchen angefangen habe, kann ich leicht beurteilen wie aufregend es für ein Kind ist die Unterwasserwelt zu entdecken. Gefesselt von Fernsehserien wie „Die Geheimnisse der Meeres“, kommt man sich mit all der interessanten Technik des Tauchsports und der bizarren Unterwasserwelt selbst wie ein Abenteurer und Entdecker vor.

Dies ist aber leider nur die eine Seite. In einem Interview beschreibt Dr. med Christian Beyer, wie oft Kinder von ihren Eltern zum Tauchen gezwungen werden bzw. nur zur Liebe ihrer Eltern tauchen gehen. Viel zu oft sehen Eltern ihre Kinder als kleinen Erwachsenen und schätzen die mit dem Tauchsport verbunden Risiken viel zu gering ein.

Die Position der Tauchverbände bezüglich dem Thema Kindertauchen ist auch relativ eindeutig. Natürlich ist ein in jungen Jahren ausgebildeter Taucher eine gute Investition in die Zukunft. Der kleine Kunde wächst mit seiner Ausrüstung und wird dem Markt lange zur Verfügung stehen.

Wie aber steht die Medizin zu diesem Thema?

Interessant ist, dass so gut wie kein Tauchmediziner eine klare Position beziehen will. Dementsprechend gibt es zur Tauchtauglichkeit für Kinder – im Gegensatz zu Erwachsenen keine genormten Richtlinien und Empfehlungen. Zu unterschiedlich ist die individuelle Entwicklung, geistig und körperlich. Es wird lediglich dringlichst empfohlen auf die Tauchtiefe und die Tauchzeit zu achten, ganz abgesehen von einer passenden Ausrüstung und einer überaus intensiven Betreuung während des Tauchgangs. So ist der Tauchgang bei einem 10 Jährigen auf 30 min. und maximal 8 m limitiert. Wiederholungstauchgänge sind ausgeschlossen. Dies sogar bis zu einem Alter von 16 Jahren. Aber auch bei diesen Empfehlungen handelt es sich lediglich um „unverbindliche Diskussionsergebnisse“ und die Arbeitsgruppe Kindertauchen der GTÜM weist dringlichst darauf hin, dass es sich nicht um offizielle Angaben handelt.

Abschließend ist zu sagen, dass natürlich jeder selber wissen muss wie er mit diesem Thema verfahren möchte. Wie Christoph in seinem Blog z.B. richtig beschreibt, gibt es auch erwachsene Taucher, „mit mehr Erfahrung (…), die sich nicht so professionell verhalten“.

Unter dem Gesichtspunkt, dass es bisher keine eindeutigen Studien gibt und in naher Zukunft auch nicht geben wird, ist aber eher ein konservatives Verhalten ratsam. Auch als Erwachsener bietet die Unterwasserwelt reichliche Abenteuer und Entdeckungsmöglichkeiten.

Für Alle, die sich ein bisschen intensiver mit dem Thema Kindertauchen auseinandersetzen möchten hab ich hier noch eine kleine liste der Quellen zusammengestellt:

Tauchen mit Kindern aus tauchmedizinischer Sicht ( Dr. med Muth et al)

Eine Frage der Lehre? (Diveinside)

Kindertauchen – Was Eltern Tauchmediziner fragen sollten (Dr. med Beyer)

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